Olmütz in Tschechien steht überraschend weit oben auf der Wunschliste unserer jüngeren Tochter – gleich nach Hawaii. Konkreter: das Long Story Short Hostel. Wir hatten die Olmütz vor ein paar Jahren erstmals auf unserem Weg nach Polen besucht und eine Nacht in dem Hostel verbracht.





Seit diesem Aufenthalt war es A’s größter Wunsch, wieder nach Olmütz zu fahren und im Long Story Short zu übernachten.
Etwa zwei Jahre später war es endlich soweit und wir fuhren für ein Wochenende nach Olmütz ins Long Story Short. Die Stadt ist von Wien aus einfach zu erreichen: knapp drei Stunden mit dem Auto oder rund viereinhalb Stunden mit dem Zug.
Am liebsten wären unsere Kinder hauptsächlich im Hostel geblieben, die zweigeschossigen 4-Bett-Hostelzimmer haben schon beim ersten Besuch beeindruckt und im Bett oder am Sofa liegend zu lesen, Musik zu hören oder am Tablet zu spielen geht offenbar dort besser, als zu Hause.

Natürlich hat Olmütz einiges mehr zu bieten, doch das Long Story Short Hostel ist mit der Eatery, dem Café und der Bäckerei eine großartige Base für Frühstück, Pausen oder zum abends zurückkommen.
Abendspaziergang durch Olmütz
Da wir mit den Anreise- und Abreisetagen nur einen ganzen Tag in Olmütz hatten, sind wir gleich nach einer Stärkung mit Kaffee, Kakao und Kuchen im Café des Long Story Short Hostels zu einem Abendspaziergang durch die Innenstadt aufgebrochen. Schon allein der Platz um das Rathaus bietet einen vielseitigen Rahmen um den Tag dort ausklingen zu lassen: das große bronzene Modell der Altstadt, die Dreifaltigkeitssäule, die astronomische Uhr, die unterschiedlichen Brunnen und die historischen Gebäude sowie zahlreiche Cafés und Restaurants.



Pevnost poznání – Die Festung des Wissens
Den zweiten Tag starteten wir mit einem guten Frühstück im Hostel und spazierten dann zu Fuß zum Museum Pevnost poznání „Festung des Wissens“. Der Weg führte durch die Innenstadt direkt an der schönen Jugenstil-Villa Primavesi vorbei, über Stufen durch die Stadtmauer und entlang eines Baches durch den Stadtpark.




Das Museumsgebäude war früher Teil der Festungsanlage und diente ab Mitte des 19. Jahrhunderts als Munitionslager. Heute ist es ein lebendiger Ort des Wissens, an dem historische Hintergründe ebenso spannend präsentiert werden wie unterschiedlichste naturwissenschaftliche Themen.

Zum Zeitpunkt unseres Besuches war die Ausstellung über die Geschichte von Olmütz im Erdgeschoß zwar mit vielen Bildern illustriert aber leider ausschließlich auf Tschechisch beschriftet. Mithilfe von Übersetzungs-Apps und den sehr freundlichen und engagierten Mitarbeiter:innen des Museums haben wir trotzdem einiges an Informationen mitgenommen. .
In den oberen Stockwerken wurde es deutlich interaktiver. Die Kinder erkundeten zahlreiche Lern- und Versuchsstationen auf zwei Ebenen – zu Themen wie Tierwelt, Wasser, menschlicher Körper, Physik, Licht und Weltraum. Ein Besuch lohnt sich wirklich, und man sollte dafür mindestens einen ganzen Nachmittag einplanen.





Praktisch: Auf jeder Etage gibt es gemütliche Sitzbereiche mit Sofas oder Bänken, ideal für eine kleine Jause oder eine Pause zwischendurch.
In den einzelnen Geschoßen gibt es immer vor dem Zugang in die Ausstellung einen Bereich mit Sofas oder Bänken, wo man mitgebrachte Jause essen oder einfach ein bisschen Pause machen kann.
Auf der Suche nach Waffeln
Trotz unserer mitgebrachten Snacks meldete sich irgendwann der Hunger, und wir machten uns auf die Suche nach Waffeln. Wie so oft auf unseren Reisen entdeckten wir dabei einen neuen Lieblingsplatz: Das Café Kafec, direkt an der Stadtmauer mit Blick ins Grüne. Das Café befindet sich in der Villa Primavesi, deren Gestaltung einst Künstler wie Josef Hoffmann, Anton Hanak und Gustav Klimt mitprägten. Das Café besitzt eine eigene Rösterei und serviert hervorragende süße und herzhafte Waffeln – auch glutenfrei. Das Wetter spielte mit, und wir konnten sogar auf der Terrasse sitzen. Die Auswahl an Waffeln ist fantastisch, sodass jede*r etwas Passendes fand.

Da unsere Kinder nach wie vor der Meinung waren, wir seien hauptsächlich wegen des Hostels in Olomouc – und weil es inzwischen in Strömen regnete –, verbrachten wir den Abend gemütlich im Long Story Short und gingen nur zum Abendessen in die Eatery, das Restaurant direkt im Hostel.
Der nächste Tag war bereits unser Abreisetag. Nach einem letzten Kaffee im Long Story Short spazierten wir noch einmal ins Café Kafec. Olomouc hat so viele hübsche kleine Ecken und Plätze, dass es sich wirklich lohnt, immer neue Wege durch die engen Gassen zu wählen. Leider war es diesmal zu regnerisch, um wieder auf der Terrasse zu sitzen und drinnen hatten wir Glück, noch einen Tisch zu ergattern. Es war Sonntagmorgen und das Café ziemlich gut besucht.
Trotz des regnerischen Wetters hatten wir ein großartiges Wochenende in Olmütz und dem Long Story Short Hostel.
Long Story Short – hier findet ihr, was man an einem Wochenende in Olmütz machen kann:
- Bucht eine Unterkunft in der Altstadt, für uns war das Long Story Short ideal, da die Zimmer durch die Aufteilung auch Rückzugsort für jede:n einzelnen war und auch die Gemeinschaftsbereiche des Hostels viele kleine Nischen haben. Außerdem ist der Kaffee hervorrragend 🙂
- Am besten erkundet man die Altstadt zu Fuß. Die kleinen Gassen, die unterschiedlichen Plätze, die Stadtmauer und der Grüngürtel um die Altstadt sind wunderschön.
- Sucht Lieblingsorte! Wir haben mit dem dem Café Kavec einen gefunden.
- Das Museum Pevnost poznání „Festung des Wissens“ ist für Familien mit Kindern und Jugendlichen absolut empfehlenswert!
- Olmütz lässt sich wunderbar in einem Wochenende erkunden, bietet aber bestimmt auch für einen mehrtägigen Aufenthalt viele Möglichkeiten.