Für San Marino planten wir nur eine Nacht. Nächstes Mal werden wir uns aber sicher länger Zeit nehmen und nicht nur die Hauptstadt, sondern auch die Umgebung und umliegenden Hügel erkunden. Unterkünfte gibt es zahlreiche, sowohl innerhalb der Stadtmauern, in der Hauptstadt, als auch außerhalb. Bei Übernachtungen außerhalb der Stadtmauern kann man mit der Seilbahn in die Altstadt fahren oder auch zu Fuß den Berg hinaufwandern.


Wo kann man in San Marino übernachten?
Wir entschieden uns für die eine Nacht für ein Appartement mitten in der Altstadt. Nach San Marino Città und zu den zahlreichen Parkplätzen außerhalb der Stadtmauern führt eine Serpentinenstraße. Der Parkplatz kostete pro Tag € 4 (Stand Okt 2022). Wir kamen am frühen Nachmittag an, bezogen unser Appartement und gingen gleich auf die Suche nach Mittagessen. Denn zumindest drei von uns vieren tendieren zu ausgeprägten Hunger-bedingten Stimmungsschwankungen. Somit ist es immer besser, frühzeitig auf Nahrungssuche zu gehen. Und immer mal wieder gelingt es uns auch tatsächlich, rechtzeitig dran zu denken.

In San Marino, wie auch im umliegenden Italien, schließen die meisten Restaurants am frühen Nachmittag und öffnen erst am frühen Abend wieder. Daher gingen wir nur wenige Minuten von unserer Unterkunft entfernt, am Piazza della Libertà, in das erste Restaurant, das uns unterkam. Das Essen war ok, eher teuer, aber jedenfalls eine Grundlage, um die Erkundung der San Marino Città zu starten. San Marino Città, die Hauptstadt der Republik San Marino, liegt auf dem Monte Titano und wurde zur Verteidigung durch drei Stadttürme geschützt, welche nach wie vor stehen und teilweise zu besichtigen sind.
Die Türme von San Marino
Es waren kaum andere Besucher:innen in der Stadt und nach dem ersten Ausblick in die Umgebung – man sieht von den Terrassen aus bis nach Rimini – starteten wir zu San Marinos berühmten Türmen. Diese sind übrigens auch auf dem Wappen San Marinos zu finden: drei Kastelle auf den drei Altstadthügeln. Der erste Turm, La Guaita, ist der älteste und größte Burgturm San Marinos. Um diesen Turm zu besichtigen, muss man Eintritt bezahlen. Mit einem Kombiticket (Familienticket: € 20, Stand Okt. 2022) kann man zwei der drei Türme besichtigen – den dritten kann man nicht betreten – und außerdem drei Museen besuchen. Man kann die Besichtigungen auch auf beispielsweise zwei Tage aufteilen.



Wir haben es am Ende nicht geschafft, ein Museum zu besichtigen. Das Wetter war traumhaft mit blauem Himmel und Sonnenschein und es war uns wichtiger, die Zeit draußen zu verbringen. Was uns leider beim Kauf des Kombitickets nicht mitgeteilt wurde, war, dass der zweite Turm eine Baustelle war und somit nicht zugänglich (Stand Oktober 2022).
Aber auch der erste Turm war den Besuch auf jeden Fall wert. Die Burg kann gut erkundet werden, die Aussicht ist beeindruckend, selbst ein paar Räume können betreten werden. Über eine schmale Treppe mit sehr engem Durchgang gelangt man auf den Hauptturm hinauf, auch die Burgmauer kann man entlang wandern.
Der Spaziergang vom ersten zum zweiten Turm dauert etwa 10 Minuten und führt über einen schönen und schmalen Weg, den Passo delle Streghe. Später haben wir gelesen, dass diese Stelle speziell bei Sonnenuntergang wunderschön sein soll. Und romantisch. Aber das hat vermutlich niemand in Begleitung von Kindern getestet.
Dass der zweite Turm geschlossen und damit nicht zugänglich war, war für uns alle eine Enttäuschung, worauf wir auch gleich noch unser Glück beim dritten Turm versuchten. Der ist jedoch grundsätzlich gar nicht begehbar. Die Laune unserer jüngsten Reisenden war nun schon am Limit und wir machten uns auf den Rückweg in das Appartement, wo wir unsere tägliche Dosis an Nudeln mit Pesto zu uns nahmen. Das ist wirklich ein riesiger Vorteil daran, mitten in San Marino Città zu wohnen: wir konnten einfach schnell, bevor wir den Sonnenuntergang anschauen gingen, im Appartement stoppen und die leeren Mägen füllen.
Aperitivo mit Kindern
Am Weg zur Unterkunft trafen wir unsere Gastgeberin und fragten sie nach einer Restaurantempfehlung für das Abendessen. Sie hatte sowohl für den Aperitivo als auch für das Abendessen Tipps für uns: La Terraza für den Aperitivo und die Bar La Guaita für das Abendessen. Grundsätzlich wären wir nicht auf die Idee gekommen, mit den Kindern auf einen Aperitif zu gehen. Gefühlt gehört der Aperitivo in Italien und auch in San Marino aber ebenso zum Tagesablauf, wie das Frühstück oder der Kaffee zwischendurch. Und natürlich versuchen wir uns an den Orten, die wir bereisen irgendwie anzupassen, bei Traditionen wie dieser auch gar nicht unangenehm. Und so bekamen die Kinder zum Aperitif Saft, wir Wein und dazu die obligaten Snacks in Form von Chips.
Davor schauten wir bei etwas Wind – vermutlich normal für die exponierte Lage – den Sonnenuntergang an. Obwohl es etwas bewölkt war, war die Lichtstimmung wirklich schön. Vor der Reise kauften wir für Skizzenblöcke für die Kinder, mit der Idee, dass sie Orte anders beobachten und wahrnehmen und vielleicht sogar, wenn aufgeregt, während dem Zeichnen zur Ruhe kommen können. Wir haben nicht damit gerechnet, dass tatsächlich bei jedem kurzen Stopp nach den Skizzenbüchern gefragt wurde und die beiden jede für sich gezeichnet haben. Sogar ziemlich ausdauernd. So auch beim Sonnenuntergang und in der Bar beim Aperitivo.


Nach dem Aperitif gingen wir ins La Guaita, das nach dem ersten Stadtturm benannt ist. Es liegt direkt außerhalb der Stadtmauern. Die Pizza war hervorragend und es war angenehm, dass die Bar hauptsächlich von Einheimischen besucht war und wenig touristisch wirkte.
Den Tag beendeten wir mit einem gemütlichen Spaziergang durch das abendliche und beinahe leere San Marino, das wirklich einen speziellen Charme hat.
Auch der Sonnenaufgang ist in San Marino wirklich schön, Ende Oktober geht die Sonne fast neben dem ersten Turm auf. Es lohnt sich sehr, den Wecker früh zu stellen und durch das morgendliche, noch etwas verschlafene San Marino zu schlendern.
Nach dem Sonnenaufgang und Frühstück checkten wir aus und verloren bei einem kurzen Drohnenflug über die Stadttürme fast unsere Drohne in den Felsen von San Marino. Zum Glück hat sie ihren Weg zu uns zurück dann doch noch gefunden und wir brachen zur nächsten Station unseres Roadtrips auf.


